• Clara & Max

87 Stunden und 20 Minuten sind vergangen seit wir Brucken den Rücken gekehrt haben...

Aktualisiert: März 10

...ehrlich gesagt bin ich gerade etwas erschrocken, habe ich richtig gerechnet? Mir kommt es vor, als läge der tränenreiche Abschied schon viel weiter zurück. Nunja, während Max mit gemütlichen 90 km/h über die Öresundbrücke tuckert, sitze ich mit dem Labtop daneben und tippe ein paar Zeilen für euch. (geschrieben 16.07.2019 um 11:00 Uhr) Über Dinge wie, unseren erster Schlafplatz, den laaaange Weg nach Dänemark, die Kreidefelsen Mons Klint oder den 1843 eröffneten Vergnügungspark Tivoli werde ich hier mehr oder weniger ausführlich berichten.


... Am 12.07.2019 war es dann tatsächlich soweit. Kurz vor knapp um ca. 14.30 Uhr haben wir, das erste Mal, unseren Bus beladen. Das Esszimmer sah aus wie ein Schlachtfeld, da wir all unsere Habseligkeiten zum Sortieren dort deponiert hatten. Wie wir das ganze Zeug in den Bus bekommen haben, ist mir bis heute noch ein Rätsel. Viel Zeit zum aussortieren, mit der klassischen Frage „brauchen wir das wirklich?“ hatten wir auch nicht mehr, deshalb haben wir mit schieben und drücken und stopfen eben einfach alles passend gemacht. Um 18 Uhr kamen dann ja auch schon unsere Liebsten um mit uns gemeinsam das letzte deutsche Abendmahl zu genießen.

Ca. 2 ½ Stunden später ging es für uns los. Wie schon angedeutet war es ein sehr tränenreicher Abschied, selbst für mich....für jemanden der mit weinenden Menschen nicht viel anfangen kann und auch nie weiß ob ich einen weinenden Mensch jetzt in den Arm nehmen soll oder am besten direkt wegrennen?

Wir stiegen also ins Auto, haben feste gewunken und eine Ehrenrunde für unsere Familien gedreht. Das obligatorische „wir sind dann mal weg-Video“ durfte natürlich auch nicht fehlen. Hätte auch alles toll funktioniert, die Familien standen winkend lachend und weinend mit Kameras bereit, Max hatte die Hand schon auf der Hupe und die Warnblinker eingeschaltet, bis uns aufgefallen ist, dass wir noch etwas vergessen hatten. Also Rückwärtsgang rein und alles nochmal auf Anfang. Der zweite Anlauf klappte dann ohne Panne und ca. 30 Minuten später waren wir dann endlich auf der Autobahn.


Wir sind gefahren und gefahren und es hat geregnet und geregnet, aber das war uns egal. Wir wollten einfach los kommen und aufgeregt waren wir sowieso, was schlafen zu dem Zeitpunkt unmöglich machte. Die Aufregung dauerte ungefähr 5 Stunden an und dann war uns alles wieder egal und wir wollten einfach nur noch Schlafen.... Dafür haben wir uns ein wunderschönes und sehr ruhiges Plätzchen direkt neben der Globus Baumarkt-LKW-Tankstelle herausgesucht und geschlummert wie Babys.

13.07.2019

Am nächsten Morgen ging es direkt weiter. Burger´z und Subway lag auf dem direkten Weg, also mussten wir uns erst mal keine Gedanken über ein ausgewogenes Frühstück machen. 10 Stunden und 5 Stopps später (Pipipause, Essenspause, Pause um Kisten & Kisteninhalt wieder einräumen weil wir beim letzten Essensstopp vergessen hatten sie zu befestigen und alles in der ersten kurve aus den Regalen geschossen kam, Kaffepause, Tanken sowie kurzes Treffen mit Julia und Mike) kamen wir dann also endlich am Ticketschalter für die Fähre Richtung Dänemark an.

Ohne Vorbuchen oder sonstiges sind wir direkt 15 Minuten nach dem Kauf der Tickets auf See gewesen, und 45 Minuten später schon wieder auf dänischen Boden. Glück muss man haben.


Ein kurzes Stück noch und da war er, unser erster richtiger freistehende kostenlose Platz für die Nacht. Die Abfahrt von der Hauptstraße verpasst mussten wir wenden, im Rückspiegel sahen wir einen VW T3 abbiegen, wie könnte es anders kommen, so hat natürlich dieser den letzten Platz direkt am Wasser ergattert. Trotz der Minute Verspätung war der zweitbeste Platz noch frei. Neben der Mülltonne aber dafür mit Tisch. Glück muss man haben! Wir schmissen den Gaskocher an , kochten Papas leckere Nudeln alla OnePot mit Ei und sind gut gestärkt für den nächsten Tag aber total erschöpft in die Laken gefallen. Ein anstrengender erster Tag, aber niemand hat gesagt dass es leicht wird :-)


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14.07.2019

Auf nach Mons Klint! Im Osten der Ostseeinsel Mon fallen, über eine Länge von ca. 6 km Kreideklippen bis zu 140 Meter in die Tiefe. Hörte sich auf jeden Fall lohnenswert an hier einen kleinen Zwischenstopp einzulegen. Ich habe den Anblick bis zu dem Moment genossen bis mir klar wurde, dass ich die Treppen die von der Klippe nach unten zum Meer führen auch wieder hoch muss. Der Aufstieg kostete Kraft, Atem und fast den letzten Nerv :D....aber hey, mit einem lächeln im Gesicht und dem Hintergedanke, dass es ein gutes Training für Norwegen ist habe ich es gemeistert. Zwar wäre Max ohne mich ca. 1 Stunde früher wieder oben gewesen aber dafür konnte er die Zeit nutzen um mit der Kamera herumzuspielen. (Die übrigens, das hatte ich ja noch gar nicht erwähnt, kaputt war, als ich sie das erst Mal am 13.07.2019 benutzen wollte. Also eigentlich nicht die Kamera, sondern mein neues teures Objektiv ist innen wohl zerbrochen^^...Danke, dass ich dich umsonst mitgeschleppt habe)


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Als ich wieder zu mir kam und von sehr freundlichen dänischen Sanitätern aus dem Sauerstoffzelt entlassen wurde (Joke), sind wir die restlichen 150km bis Kopenhagen gefahren und haben uns hier mitten in der Stadt einen Campingstellplatz mit einer richtigen sanitären Anlage gegönnt. Haben dort dann allerdings nur 1 Nacht anstatt 2 Nächte verbracht „Das Geld sparen wir uns lieber“


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15.07.2019

Früh morgens haben wir uns dann einen neuen kostenlosen Stellplatz im Grünen gesucht und auch gefunden. Da heute mein Geburtstagsgeschenk eingelöst wurde haben wir unsere Rucksäcke gepackt und marschierten los Richtung Kopenhagen City (um mir ein neues Objektiv zu kaufen) und danach eeeeendlich Richtung Tivoli Freizeitpark. Natürlich alles zu Fuß, denn ich habe ja schon am Vortag fleißig trainiert.....Hätte ich allerdings gewusst, dass wir am Ende 25.000 Schritte machen und laut der freundlichen Google-Überwachung ca.18 Kilometer zurücklegen, hätte ich mich mehr für diesen Elektrischen Cityroller oder Leihräder eingesetzt.... Auch diese Nacht schlief ich wie ein Baby.


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16.07.2019

Auf nach Schweden. Der Tags zuvor fast leere Parkplatz war, als wir gegen 9 Uhr aufbrachen fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Unser erster Halt erforderte etwas Rangierarbeit an der sehr engen Tankstelle aber die fast 30 Cent die wir auf den Liter Diesel im Vergleich zu Schweden sparen, waren die Krämpfe in Max Unterarmen wert. Die Lebensmittelkosten in Schweden veranlassten uns auch einen alten Bekannten zu Besuchen. Er stand da in seiner Pracht, wie wir in kennen in seiner ganzen Herrlichkeit und Vielfalt. LIDL. Mit etwas Scham in Gesichtern und gesenkten Köpfen versuchten wir zumindest nur dänische Produkte zu kaufen....


Und nun, da sind wir wieder, auf der Öresundbrücke...


Alles Liebe, Clara & Max

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