• Clara & Max

Preikestolen

Aktualisiert: März 10

Eins haben wir bei unserer dramatischen Wanderung zum Kjerag Bolten gelernt, NIE WIEDER gehen wir bei schlechtem Wetter wandern. Das haben wir auch strikt eingehalten und haben bei unserer nächsten Wanderung zum Preikestolen erstmal auf gutes Wetter gewartet. Ganze 3 Tage hat es gedauert, bis sie Sonne sich mal wieder gezeigt hat. Aber das war auch gut so. Wir hatten Zeit um uns zu erholen, um zu schlafen, um einfach mal nichts zu tun und um uns gemütlich auf die nächste Wanderung vorzubereiten, denn diese sollte ja auch nicht einfach nur eine lari fari Wanderung werden. In den 3 Tagen Erholung haben wir entschlossen die einfache Wanderung zum Preikestolen solle eine Nachtwanderung werden um dort den Sonnenaufgang zu beobachten.

23.07.2019

Angekommen am offiziellen Parkplatz zum Preikestolen sind wir gegen spät Nachmittag. Als erstes wurde natürlich das Abendessen vorbereitet damit wir nachts gestärkt sind. Während ich, Clara, danach schon wieder ans Schlafen gehen dachte um Kräfte zu sammeln, hampelten die 2 Jungs noch voller Energie draußen herum und meinten sie müssen die ersten paar hundert Meter des Tracks erkunden. Ohne mich, sagte ich im halb schlaf und zack war ich weg. Leise hört ich Max irgendwann in den Bus kommen aber von Jonas war keine Spur weit und breit, machte mir aber keine Sorgen, denn unsere Schlafgewohnheiten waren generell etwas gegensätzlich, da er immer erst nach Sonnenuntergang in sein Zelt kroch und der ist hier in Norwegen immer irgendwann zwischen 00:00 und 02:00 Uhr.

Um 01:59 Uhr wurden wir dann schrillend geweckt, aber nicht wie üblich von unserem Wecker, nein, von Jonas der voller Energie im Bus stand....“Hast du überhaupt geschlafen?“ fragte ich, „Nö!“ war seine Antwort und er lachte laut, wie immer halt.... Max und ich haben kurz gebraucht um klar zu kommen, krochen dann schließlich aus dem Bett, zogen uns an, schnappten unseren Stirnlampen sowie die gepackten Rucksäcke und dann war auch bei uns die Euphorie zu spüren. Wir alberten erst mal ein bisschen herum, hüpften im Licht der Stirnlampe hin und her und los ging es. Die ersten Meter im Wald waren stockdunkel, das einzige was wir sehen konnten (abgesehen von unserem angeleuchteten Weg) waren die Stirnlampen anderer Wanderer die wohl die gleiche Idee hatten wie wir. Da die anderen aber tatsächlich alles nur Chinesen mit einem Guide waren, hatten wir sie schnell überholt und die Wahrscheinlichkeit, dass wir jetzt doch die ersten und für kurze Zeit einzigen auf dem Preikestolen sein könnten, stieg wieder an.

Im Vergleich zum Kjerag Bolten war diese Wanderung relativ einfach. Trotz erschwerter Sicht haben wir die 4 km (einfach) und die 500m Höhenunterschied binnen 1 ½ Stunden hinter uns gebracht und standen überüberpünktlich um 4 Uhr auf den Preikestolen (Sonnenaufgang war um 5 Uhr) Wir hatten also genug Zeit um gefühlt 800 Bilder von jeder möglichen Perspektive aus zu schießen und den herrlichen Sonnenaufgang zu beobachten. Auch schön anzusehen war, wie der Nebel vom Meer ganz langsam über den Fjord zog.

Zurück am Bus angelangt schlief Jonas innerhalb 0,01 Sekunden auf den Vordersitzen ein, ich verkroch mich auch wieder ins Bett, und Max vertrieb sich die Zeit solang mit Baden im eiskalten See :)



Alles Liebe

Clara & Max

Btw.: der Preikestolen ist eine natürliche Felsplattform. Die Größe des Felsplateaus beträgt zirka 25x25 Meter und die Felskante fällt senkrecht 604 Meter in einem Fjord. Die Fehlsformation entstand vor ca 10.000 Jahren, als die Kanten des Gletschers bis oberhalb des Felsens reichten. Das Wasser gefrohr in den Felsspalten und sprengte große, kantige Blöcke ab, die der Gletscher dann mit sich führte.


(Für weitere Bilder: Pfeil nach rechts)


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