• Clara & Max

Thailand: Mensch gegen Hund

Nachdem wir uns wegen Corona selbst von Peking nach Bangkok in den nächsten Krisenherd evakuiert hatten, schlug uns schon am Flughafen das Wetter mitten in die Schnauze. Das feuchtwarme Klima war in den warmen Klamotten, die wir noch aus Peking anhatten, nicht zu ertragen und so schafften wir es kaum aus unserem Taxi zu steigen, als dieses endlich vor dem Hotel hielt.

Immer wieder habe ich das Gefühl, dass Taxifahrer in Asien eine Phobie vor Straßenkarten haben und sie als Werk des Teufels sehen. Der generelle Ablauf sieht jedes Mal ungefähr so aus, man nennt dem Fahrer sein Ziel, welches er in einer Millionenmetropole natürlich nicht kennt. Der nächste Schritt ist ihm das Ziel in Google Maps zu zeigen. Nun beginnt er minutenlang die Karte zu verkleinern, zu vergrößern und zu drehen. Mit jeder Änderung auf dem Bildschirm wirkt er ratloser und ganz unbemerkt sammelt sich eine ganze Schar Taxifahrer um unseren Auserwählten. Alle zeigen grundsätzlich in verschiedene Richtungen und tatschen, mit Ihren, vom frittierten Hühnchen gut geschmierten Fingern, auf meinem Bildschirm herum, was wiederum solche Ölseen hinterlässt, dass eine Invasion der USA nur noch eine Frage der Zeit ist.

Um das Ganze abzukürzen, biete ich an uns zum Ziel zu navigieren, das können Sie als Ortsansässige aber mit ihrem Soltz nicht akzeptieren und der Einsatz eines Navis Ihrerseits scheint auch ausgeschlossen und dass obwohl jeder mindestens ein 6 Zoll (ca. 15 cm) Smartphone im Cockpit der knallbunten Taxis montiert hat. Der Nächste Schritt ist ihnen nur die Gegend, den Bezirk oder eine Sehenswürdigkeit in der Nähe des Ziels zu nennen. Dies funktioniert relativ gut. Den Spezialisten dann klarzumachen, dass unser Hotel nicht direkt in der Siegessäule oder dem Königspalast ist, scheint schon wieder die Grenzen der Vorstellungskraft zu sprengen.

Bei einem vorab verabredeten Preis, der natürlich viel zu hoch ist, beginnt nun das Gemotze wegen des Umwegs und es kommt hin und wieder vor, dass man den Rest laufen muss. Ein Glück gibt es Grab, eine Art Uber für alles, man gibt nur an wo man hinwill, der Fahrer, meist im Privatwagen holt Dich nach GPS Daten ab, fährt Dich mit Navi, mit Vorgabe der App ans eingegebene Ziel und man zahlt genau was die App errechnet, wenn man will sogar mit Karte. Auch Trinkgeld wird, direkt über die App abgerechnet. Ebenfalls kann man hiermit Motorradtaxis buchen oder sich Essen liefern lassen, wobei der Fahrer ins Restaurant Deiner Wahl fährt, Deine Bestellung aufgibt, dort auf die Zubereitung wartet und Dir das Ganze dann nach Hause fährt. Für umgerechnet 1-2 Euro Mehrkosten.

Ein Glück lag unser Hotel so gut, dass wir Unmengen Restaurants direkt um die Ecke hatten und so konnten wir uns auf gammeligen Plastikstühlen bei Mr. Joke, einem der besten Küchen in der Umgebung den Bauch mit Thai essen vollschlagen.

Danai, ein Freund aus Bangkok, welchen wir nun schon 10 Jahre kennen, lud uns zum Essen ein und so bekamen wir unverhofft noch mehr deutsche Küche als in China. Er zauberte in seinem Wok ein sensationelles Schnitzel mit Bratkartoffeln und Preiselbeeren von dem sich so einige deutsche Köche mehr als eine Scheibe davon abschneiden könnten.


Schnitzel mit Bratkartoffeln in Bangkok

Vier Tage nach der Ankunft in Bangkok war es dann so weit und wir trennten uns das erste Mal seit über sechs Monaten für mehr als ein paar Stunden. Clara stieg in Ihr Grab und weg war Sie, ich stand allein vor unserem Hotel und ging allein in das Zimmer, das davor unseres gewesen war. Ein wirklich komisches Gefühl, wenn man so lange von morgens bis abends zusammen ist und alles teilt. Clara war auf dem Weg in die andere Seite er Stadt um zwei Wochen Ihr Englisch etwas aufzufrischen.

Kurze Zeit nach unserem Abschied machte mich auch auf dem Weg zum Bus nah Koh Samui. Ich hatte mich um die Zeit sinnvoll zu Nutzen für zwei Wochen auf Koh Samui in ein Thaiboxcamp eingemietet. Auf so etwas hatte ich schon lange Mal Lust aber im Jahresurlaub zwei Wochen zu Opfern kam für mich nicht infrage, aber jetzt, warum nicht?

Im Bus wurde mir für die nächsten 12 Stunden ein Gangplatz zugewiesen. Der Fensterplatz gehörte einem hektischen Franzosen. Hatte ich bereits erwähnt, dass es von Grund auf falsch ist Franzose zu sein? Allein in den 20 Minuten, in denen wir auf die Abfahrt warteten, verließ er 4 mal seinen Platz um noch und noch eine zu Rauchen. Hierbei wollte er mir möglichst wenig zur Last fallen und noch während ich im Begriff war aufzustehen, um ihm Platz zu machen, stieg er mit seinen spinnenartigen Beinen in seinen karogemusterten, die Waden bedeckenden Bermudashorts über mich. Unerwünschter Körperkontakt inklusive. Der Geruch aus Bierresten vom Vorabend, kaltem Rauch und mehrfach angetrocknetem Schweiß wurde von Zigarette zu Zigarette angenehmer. Während der Fahrt spielte er diverse Tower Defense oder Autorennspiele auf dem Tablett, soweit noch nicht verwerflich, allerdings Anfangs ohne Kopfhörer und auf voller Lautstärke. Den Ton stellte er auf Nachfrage, ob das notwendig ist freundlicherweise aus. Um die nun fehlenden akustische Untermalung seiner virtuellen Heldentaten zu kompensieren, erhöhte er die Bildschirmhelligkeit vom Modus „Mittagsonne in der Salzwüste“ auf „brennendes Magnesium“ sodass sich selbst den Fahrgästen um uns herum die Netzhaut vom Augapfel schälte. Jedes Mal, wenn der Bus an Geschwindigkeit verlor, um abzubiegen oder gar an einer Ampel zum Stehen kam, verlor mein Nebensitzer ebenso, allerdings nicht an Geschwindigkeit, sondern die Beherrschung. Schon während der Busfahrer nur überlegte seinen Fuß in Richtung Bremspedal zu bewegen kramte Jean Claude in seinem Handtäschchen nach seiner Schachtel Marlboro und fummelte nervös zitternd ein zwei bis drei Zigaretten und Feuerzeug hervor. Eine Kippe im Mund und zwei hinterm Ohr konnte er es nicht erwarten und wollte sofort aufstehen um seine Nikotintanks mit Hochdruck wieder aufzufüllen. Dumm nur, dass der Bus, sobald er im Gang stand, zu seinem Unverständnis direkt wieder anfuhr und einen traurig dreinblickenden kleinen Franzosen zurückließen. Irgendwie tat er mir leid. Andererseits war ich froh, dass er nicht weiter an der Intensität seines L’eau de Cigarette arbeiten konnte. Er drückte sich wieder an mir vorbei auf seinen Sitz, packte seine Kippen wieder ein. Als wir tatsächlich einmal für 20 Minuten stoppten genehmigte er sich, soweit ich sehen konnte 7 Zigaretten und zwei große und warme Bier. Aber was beschwere Ich mich? Er nimmt ebenso viel mit wie möglich und kostet seinen Urlaub voll aus.

Nachdem ich mich am Pier mit den Fahrern nicht auf einen Preis für die Fahrt auf die andere Seite der Insel einigen konnte, wanderte ich los Richtung Straße. Unterwegs fand ich tatsächlich jemanden der mich für ein Drittel des am Pier geforderten Preises mitnahm. Zuvor musste er aber noch an den Pier. Wie könnte es anders sein, stand Jean Claude, mit seinen zwei Freunden aus einem RTL2 Mittagsformat, grinsend mit Bier und Kippe in der Hand in der prallen Sonne. Nach einer weiteren Stunde Folter für meine Nase und alle anderen Sinne verabschiedete ich mich von meinem neu gewonnen Freund und checkte im Gym ein.

Auf dem Trainingsplan stand zweimal täglich zwei Stunden Muay Thai. Den Morgenkurs um 8 Uhr hatte ich aufgrund der Anreise verpasst, also heute nur einmal zum dran gewöhnen. Nach keinen 20 Minuten erwischte ich mich schon beim Durchrechnen was es mich kostet das abzubrechen. Nach so langer Zeit ohne Sport war meine Kondition irgendwo, aber auf jeden Fall nicht auf Koh Samui. Das warmlaufen machte mir wenig Probleme, aber danach ging es schon los. Hüpfen auf einem LKW Reifen, linker Fuß vor, rechter Fuß zurück, rechter Fuß vor, linker Fuß zurück. Nebenbei mit jedem Stellungswechsel der Füße wurde in die Luft geboxt, links, rechts, links, rechts.

Ein etwas grummeliger Trainer schritt mit kritischem Blick an den Reifenlinien vorbei und Korrigierte mit abschätzigen Blicken die Bewegungen seiner Schützlinge. Mit mir hatte er ganz besonders viel Spaß, da ich ausschließlich darauf bedacht war nicht vom Reifen zu Kippen. Wenn meine Eurythmie Lehrerin aus der Schulzeit sehen könnte, was ich hier koordinativ ablieferte, würde Sie sicherlich vor Scham im Boden versinken und abstreiten mich jemals unterrichtet zu haben.

Die Uhr im Blick, wechselte ich den Survival Modus meine Arme konnte ich kaum noch ausstrecken und mein Vor und Zurück mit den Füßen wandelte sich in ein Auf und Ab gewippte. Nach sieben Minuten der Qual wurde ich erlöst. Erleichtert stolperte ich in Richtung Wasser.

Wasserpause war aber scheinbar nicht und so wurde mein Versuch die zwei Liter Schweiß der ersten 15 Minuten Training zu kompensieren mit einem freundlichen Klapps in den Nacken kommentiert. Ich dachte, ich hätte das Schlimmste hinter mir.

Falsch gedacht! Seilspringen! Hört sich entspannt an, hat man ja früher mal gemacht. Das Seil war ein Schlauch mit zwei Holzgriffen. Es ließ sich auch ganz gut schwingen nur die Koordination war ähnlich gut wie beim Reifenspringen uns so knallte der Schlauch nach spätestens fünf Sprüngen frontal gegen meine Zehen. Ich kam mir vor wie der Depp vom Dienst, als ich die 2 Meter Kampfmaschinen eine Reihe vor mir sah, die mit Leichtigkeit links, rechts, vorne, hinten über das Seil tänzelten während ich nur versuchte die 10 Minuten zu überleben. Gefolgt von weiteren 10 Minuten Schattenboxen und abwechselnden 50 Kicks oder Knien zur Brust hatten wir das Aufwärmprogramm beendet. Die Hände wurden bandagiert und jeder bekam einen Boxsack zugewiesen. Links, rechts, Haken, Kick rechts, Knie, Ellenbogen. Der Coach gibt die Kombination vor und los geht’s 20 Mal. Absolut machbar. 30 Kicks rechts, 30 Kicks links kam als Vorgabe. Der Erste Kick saß und auch der Trainer attestierte mir eine halbwegs gute Ausführung, ich war zufrieden. Nach dem dritten Kick überlegte ich mir, ob diese Schmerzen jeweils wieder aufhören. Ich konnte den blauen Fleck und die kleinen Blutpunkten auf meinen Schienbeinen und Fußrücken beim Wachsen zuschauen und ich fragt mich, ob das normal ist. Ich blickte mich um, alle Kickten sich die Seele aus dem Leib, links von mir Drosch ein etwas fanatisch dreinblickender Zwerg auf seinen Sack ein, dass ich Angst hatte er tritt durch den Sack . Während ich Mühe hatte 30 Kicks in einer Minute zu erledigen, dauerte es bei Ihm kaum länger als 20 Sekunden. Kurz darauf postete er ein Video, bei dem er in Van Damm Manier eine Palme durchtritt. Weiter ging es mit Partnerübungen welche zum Glück lediglich die Technik schulen sollen. Sich die Kombinationen zu merken war zwar nicht einfach aber machbar. Danach gings in den Ring, im Einzeltraining wurde mir alles beigebracht, was ich noch nicht kapiert hatte, was eine ganze Menge war.

Nach jeder Kombination fing ich mir entweder eine ein, weil meine Füße falsch standen, oder weil ich meine Deckung vernachlässigte.

Keine angenehme Art zu lernen, aber effektiv.

Nachdem ich den Folgetag zweimal trainiert hatte, musst ich meinen glühenden Gelenken eine Pause gönnen, da ich fast vor einer zugeschraubten Wasserflasche verdurstete. Ich entdeckte ein Restaurant mit zwei Tischen, einer davon war stets vom Herr des Hauses belegt, den anderen teilte ich mir mit ein paar Thais. Im Fernseher lief eine Show mit hysterisch schreienden Moderatoren und einen noch abgedrehtem Publikum. Endlich das Thailand wie ich es Liebe. Das Essen nie mehr als 3 Euro aber schmeckt dafür mindestens doppelt so gut wie in touristischen Restaurants. Ohne eine bebilderte Karte wäre es allerdings unmöglich gewesen zu Bestellen. In meinen zwei Wochen besann ich mich auf die deutschen Tugenden und praktizierte konsequent die „Was der Bauer nicht kennt das frisst er nicht“ Mentalität und kam jeden Tag zum Mittag und Abendessen in die kleine Spelunke. Außer einmal, aber da hatte Sie mittags zu. Die Küche dieser Mutti alleine macht einen Besuch auf Koh Samui lohnenswert, auch wenn der Rest der Insel, zumindest meiner Ansicht nach nicht einmal einen Tagesausflug wert ist.

Während Clara fleißig lernte, versuchte ich so viele Einheiten wie möglich mitzunehmen aber musste irgendwann einsehen, dass mein Körper keine zwei Einheiten pro Tag verkraftet. Konditionell hätte es nach sogar funktioniert, aber Hüfte und Handgelenke fühlten sich so entzündet an, dass ich nicht in der Lage war über Kniehöhe zu treten und meine Haken eher dem Winken unsere Bundeskanzlerin glichen als einem Tiefschlag von Mike Tyson. Eine Tour über die Insel am Freien Sonntag brachte nichts Erwähnenswertes zustande außer Einritt und Kosten für den Roller und eine verlorene Sonnenbrille, welche ich beim Erklettern eines Wasserfalls an die einzig tiefe Pfütze der Insel verlor. Nach dem Tag Pause startete ich wieder mit zwei Einheiten und bereute es sofort.

Da ich am folgenden Morgen das Training schwänzte, begann ich, als Ausgleich Laufen zu gehen, was angesichts der steilen Berge weniger entspannt war als gedacht. Das Laufen über kleine Steile Wege mitten im Dschungel machte allerdings tatsächlich Spaß und verursachte außer Muskelkater keine Schmerzen.

Die Zweite Woche verging wie im Flug mit einem Wechsel aus Laufen und Muay Thai. Im letzten Training war ich tatsächlich in der Lage auf dem Reifen zu Hüpfen, 10 Minuten Seil zu springen und 50 Mal gegen den Sack zu treten, ohne in Ohnmacht zu fallen. Wir trafen uns auf Koh Phangan wieder und konnten endlich gemeinsam den Strand und das thailändische Inselleben genießen. Wir verbrachten die Tage mit Lesen und in der Sonne liegen.

Als wir uns schwerlich dazu durchgerungen hatten am Folgetag endlich einen Roller zu mieten, um etwas die Insel zu erkunden, hörten wir morgens den Regen auf unser Dach prasseln und waren so nun etwas eingeschränkt. Besonders erwähnenswert ist der Besuch eines sehr natürlichen Wasserfalls, der über Betonstufen in ein Betonbecken plätschert. Ein paar Meter weiter surrte seine mit Kokosnussschalen getarnte Pumpe und rundete das Feeling entsprechend ab.

Meine erste morgendliche Joggingrunde endete dank Google im Gebüsch und ich bin heute noch froh, dass ich nach fast 30 Minuten ohne einen Zeckenbiss wieder aus dem Dschungel gefunden habe. Am zweiten Tag entdeckte ich zuerst eine Hahnenkampf Arena und begegnete auf einer Müllkippe ein Paar freundlich wirkenden Hunden.


Als ich die gleiche Strecke am folgenden Tag wieder nahm, nun aber in die entgegengesetzte Richtung, lief ich nahezu aus dem letzten Loch pfeifend das letzte Steile Stück zur Müllkippe hinauf. Ein graubrauner, etwa kniehoher und nicht sonderlich gutaussehender Hund, der oben auf einem Hügel aus Dreck und Müll lag, wendete den Kopf in meine Richtung und spitzte die Ohren. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, Tags zuvor hatte das Rudel mir auch nur träge hinterhergeschaut. Keine Sekunde später stand, eben dieser Hund auf und begann die Zähne zu fletschen. Da Hunde hier gerne mal bellen, nur um dann kurz darauf wegzurennen, machte mir auch das noch keine großen Sorgen. Dank des Lärms wurden aber auch die andern in der Nähe herumliegenden Hunde auf mich Aufmerksam. Ich war ungefähr in der Mitte der Müllhalde als die drei vom Hügel, angeführt von der hässlichen Promenadenmischung vor mich auf die Straße sprangen und im Chor zu bellen begannen. Von dem Gebell angelockt tauchten jetzt und hinter mir immer mehr Hunde auf und machten Anstalten auf mich loszugehen.

Ich war zum ersten Mal wirklich froh über die Tollwutimpfung die mir Woche für Woche den Arm gelähmt hatte. Hinter mir waren mittlerweile ungefähr 10 Hunde versammelt, einer davon ging mir fast bis zur Hüfte und sah räudiger aus als der gesamte Rest. Dieser war mit Abstand auch der Aggressivste. Schon während ich ihn um die Kurve rennen sah ich, wusste ich, dass ich genau eine Möglichkeit habe. Ab nach Vorne, an dem Aufrührer Trio vorbei! Aber wie?

Nun bereute ich immer mehr, nie Cesar Milan geschaut zu haben. Leckerlis oder Lyoner war auch nicht in Reichweite. Ein beherztes Stampfen ließ den Mittleren zurückschrecken. Wieder und wieder begann ich zu stampfen. Zentimeterweise wichen sie zurück, dumm nur, dass die Meute hinter mir ebenso mit jedem Stampfen näherzukommen schien.

Ich erinnerte mich daran, dass man zu Hunden in die Knie gehen und sich auf keinen Fall über sie beugen soll da sie sonst Angst bekommen. Ich tat also das Gegenteil, riss meine Arme in die Luft und machte einen großen stampfenden Schritt nach vorne und siehe da, sie wichen zur Seite aus. Plötzlich war ich durch, hatte aber immer noch, mittlerweile fast 20 Hunde hinter mir, die nicht den Eindruck machten sich wieder in den Busch zu verkrümeln zu wollen.

Da es gerade schon so gut funktioniert hatte und ich neuen Mut geschöpft hatte nicht gebissen zu werden, versuchte ich dasselbe Spiel nochmal. Aber nichts passierte, die andern schienen auf meinen Bluff nicht hereinzufallen und kamen sogar noch ein gutes Stück näher. Ich machte einen Schritt zurück was sie aber wieder veranlasste noch näherzukommen. Ich konnte schon den stinkenden Atem erahnen und überlege wie viele davon ich mit Tritten abwehren konnte bevor mich einer von Ihnen umzureißen vermochte.

Da ich aus Prinzip kein Freund des Hundekampfes bin, besann ich mich und machte noch einen großen stampfenden Schritt in deren Richtung brüllte aus voller Kehle.

Siehe da, sie wichen zurück, nochmal und nochmal wiederholte ich meine "Attacke". Irgendwann hatte ich sie wieder auf fast fünf Metern Abstand und begann mich langsam, aber immer noch brüllend rückwärts zu bewegen.

Nachdem ich sie auf ca. 20 Metern Abstand hatte, verzogen sich die ersten und ich war mir sicher es geschafft zu haben. Gerade noch mit einem Fuß im Krankenhaus, hatte mir mein, hin und wieder als laut beschriebenes Stimmorgan tatsächlich im wahrsten Sinne den „Arsch“ gerettet. Bisher hatte es mir maximal zu Strafarbeiten oder einer Stunde Nachsitzen verholfen.

Von Koh Phangan verschifften wir uns selbst nach Koh Tao, wo wir einige entspannte Tage am Pool verbrachten und die Insel erkundeten.

Nachdem wir uns genug gesonnt und erholt hatten, ging es wieder mit einem Nachtbus in Richtung Bangkok.

Ein Hotel direkt an der Partymeile Kao San für keine 10 Euro die Nacht entpuppte sich in der ersten Nacht als gar nicht so übel, wir kamen allerdings auch erst um fünf Uhr morgens an, sodass die Party schon vorbei war. In der zweiten Nacht in diesem Edlen Etablissement war uns allerdings klar, woher die sportlichen Preise kommen. Es fühlte sich an als, ob man bei einem Technofestival auf der Box schläft. Entsprechend gut erholt, deponierten wir Tags darauf Claras großen Rucksack, unsere kompletten Wintersachen und an die 20 Kilo weiteres Gepäck, welches wir auf den Philippinen nicht benötigen würden bei Danai. Im Anschluss chauffierte er uns zu dritt auf seinem Roller durch die Hauptstadt und wir gönnten uns ein Bier zu skandinavischen Preisen. Craftbier von tätowierten Skatern. Kann man zwar trinken, bringt einen mit unserem Geldbeutel allerdings nicht weiter, denn bei 0,25l für 7,50 € ist dieser schneller am Limit als einem lieb ist.

Mit dem Bus und nur einem großen Rucksack ging es Richtung Flughafen, hier war die Coronalage nicht ganz so entspannt wie in der Stadt aber im Großen und Ganzen auch nicht weiter wild.

Auf ging es ins nächste Abenteuer, die Philippinen warteten auf uns. Liebe Grüße Clara und Max.

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