• Clara & Max

Unser langer Weg nach Lofoten

Aktualisiert: März 10

Wir hatten uns prächtig von der Trollzunge erholt und ich, Clara, hatte allen Grund zu grinsen, denn erstmals standen keine Wanderungen mehr an :) Aufatmen dachte ich mir, das Schlimmste hatte ich überstanden.


28.07.2019

Relativ zügig führte uns der Weg weiter nach Bergen. Jonas wurde endlich erlöst und war nicht mehr das 3te Rad am Wagen :P, denn für ihn ging es wieder nach Hause. Tatsächlich haben wir 11 Tage zusammen verbracht, auch wenn er unseren ganzen Vorrat weggevespert hat, hatten wir eine sehr lustige und amüsante Zeit mit Ihm. Die Stadt Bergen haben wir eigentlich nur im Vorbeifahren wahrgenommen. Der eigentlich geplante Ausflug und das damit verbundene Abendessen in der Fischhalle wurde schnell ad acta gelegt als wir die Preise gesehen haben. „25€ für eine Portion Fish n' Chips? Nein Danke“ kam einstimmig aus unseren Mündern. Zum Glück haben wir ja unsere eigene Küche im Bus, daher war schnell klar, Fish n' Chips machen wir selber! Gekauft wurden dafür 30 Tiefkühl-Fischstäbchen für 2,10€ und eine Tüte Tiefkühl-Pommes für 1,90 € . Fertig waren unsere 5 Portionen Fish n' Chips, die zum Abendessen sowie zum Frühstück serviert wurden.


Gut genährt machten wir uns auf den Weg Richtung Lofoten. Uns standen knapp 1.500km und lt. Google-Maps 21 Stunden Fahrzeit bevor. 4 Tage haben wir dafür gebraucht und es ist noch nicht mal so viel spannendes passiert^^. 2 Dinge waren aber in der Tat spannend! Einmal war es der Elch, den Max mit seinen Adleraugen im Gebüsch entdeckt hat, das andere waren die Deutschen Kriminalgeschichten „Die Zeit Verbrechen“ die wir uns volle Dröhnung bei der Autofahrt gegeben und mitgefiebert haben. So verging die Zeit wie im Flug. Geirangerfjord, Trollstingen, Atlantikstraße, Trondheim und Arctic Circle huschten nur so an uns vorbei....Erinnerungsfotos gab es natürlich auch aber insgeheim wollten wir schnell wieder zurück ins Auto die spannenden Geschichten zu Ende hören...Und plötzlich waren wir da, zwar noch nicht auf den Lofoten, aber auf der letzten Fähre dort hin.


Geirangerfjord

Trollstingen

Atlantikstraße

Trondheim

Arctic Circle

02.08.2019 , 17 Uhr

Es war kalt, wirklich sau kalt, grau, windig und feucht. „Was haben wir uns denn da eingebrockt“?

Als wir runter von der Fähre Richtung Zentrum fuhren ist mir eins direkt ins Auge gefallen. Mütze, Handschuhe, Schal, Winterhose, Winterjacke, Winterschuhe war, was alle hier trugen. Ich schaute zu meinen Füßen herab und sah meine blauen Zehen in den Flippis und sah wieder hoch, danach sah ich zu Max seinen Flippis und sah wieder hoch. Schnell war klar, die Standheizung wird unser neuer Freund aber auch schnell klar war, ohne Sonne keine Energie um diese zu benutzen. Das Problem sollte auch nicht lange auf sich warten :P aber dazu komme ich später. Wir suchten uns relativ schnell einen Schlafplatz da wir fix und foxy waren von der ganzen Fahrerei und merkten auch hier sehr zügig, dass die Lofoten wohl kein Geheimtipp mehr sind. Auf den Parkplätzen und überall am Straßenrand, wo noch etwas grüne Wiese und kein Camping verboten Schild stand presste sich Wohnmobil an Wohnmobil. Deutsche Kennzeichen zu sehen ist keine Besonderheit, aber jemanden mit dem Kennzeichen ES weckt dann schon das Interesse und am Ende stellte sich heraus, dass die 2 Jungs die neben uns standen, aus Holzmaden kamen ;) Die Sympathie war natürlich sofort da und als es dann hieß, die Jungs hätten viel zu viel Bier dabei und das müsse weg, war der Abend für Max gerettet :)

Um 3 Uhr nachts und 4 Dosenbier später, kam er eiskalt ins Bett zurück.


Kleine Randnotiz: Es war immernoch hell, zwar war keine Sonne zu sehen, aber man hätte noch, ohne Probleme ein Buch lesen können.


Lofoten bei Tag


03.08.2019

Nachdem ich nun 8 Tage „Wanderfrei“ hatte, war heute der Tag der Abrechnung. Der Reinebringen wartete auf uns. Spektakulär ist auf den Lofoten scheinbar jede Wanderung, doch diese wartet nicht nur mit einem sensationellen Panorama und rauschenden Tiefblicken auf uns, sondern zusätzlich noch mit einem der berühmtesten Lofoten-Postkartenmotiv überhaupt. Ein absolutes Muss oder?

Trotzdem, dass Google diese Wanderung mit der schwersten Auszeichnung versehen hatte war ich guter Dinge. Hatte ja nun auch endlich die Wanderstöcke gekauft, die mir Papa seit Monaten schon aufschwatze wollte (an dieser Stelle, Danke dafür Papa)

Viel zu warm angezogen und mit einigen Pausen im Sauerstoffzelt später kamen wir nach ca. 50 Minuten, 450 Höhenmetern und etlichen, viel zu hohen Stufen, oben an. Die Aussicht ist wirklich atemberaubend schön und etliche Fotos (immer mit anderen Wanderer im Hintergrund) wert. Da wir aber noch nicht genug hatten, kletterten wir weiter, mit Händen und Füßen auf den kleinen Tafelberg. Da diese Kletterei nichts für schwache Nerven war, trafen wir hier deutlich weniger Menschen an und konnten die Aussicht in Ruhe genießen.


Reinebringen

04.08.2019

Wir wachten wie gewohnt gegen 9 Uhr auf. Als erstes ziehe ich immer den Vorhang etwas zur Seite und spähte hinaus. Alles wie gewohnt, es war grau, super bewölkt, kalt (9 Grad sagte mein Handy) und dann war da noch etwas anderes...Regen. Na toll dachte ich mir, aber eigentlich auch gaaaaar nicht schlimm. Einen Tag lang einfach mal gar nichts tun ist Balsam für die Seele und die ganzen Eindrücke der letzten Wochen können wir dadurch gedanklich sortieren.

Wir machten Pfannkuchen zum Frühstück und wollten uns gerade einen Film auf dem Laptop anschauen, bis es merkwürdig piepste...nanu, was hat das denn zu bedeuten? Max reagierte schnell, zog alle Stecker aus den Steckdosen und sagte mir dann, „das wars dann wohl mit dem Strom“.

Da wir die letzten 1 ½ Tage kaum Autogefahren sind, konnten sich unsere Batterien nicht vollständig aufladen und da die letzten 1 ½ Tage keine Sonne schien, sowieso nicht.

Naja, also fiel der Film auch ins Wasser, da unser Laptop keinen Akku mehr hatte. Mit was beschäftigt man sich denn dann ganzen Tag ohne Strom im Minibus?

Ja genau, Max übte Flechtfrisuren mit meinen Haaren, ich rasierte Max seinen Kopf auf 5mm. (Beide sollten wir nochmal üben) :D

Zum Abendessen gab es schließlich Nudeln in Käse-Sahnesoße und als Abendlektüre „Herr Sonneborn geht nach Brüssel“

05.08.2019

Scheint als wäre das Wetter heute auf unserer Seite und die geplante Wanderung von gestern können wir nun angehen.

Heute wurde uns erst richtig bewusst, dass die Lofoten landschaftlich ein Traum sind. Gerade die Strände (wunderschöne Strände auch bei 10 Grad) geben durch den Kontrast aus Berglandschaften, sattgrünen Wiesen und türkisblauem Wasser ein Bild ab, das jeden Fotografen stundenlang in seinen Bann zieht. Unser Ziel heute versteckte sich allerdings erstmals zwischen spitzen Bergen und kann nur zu Fuß (wie immer, leider) erreicht werden, die Bucht von Kvalvika. Dort findet man mit dem den Kvalvika Beach einen Strand der genauso gut mitten in der Karibik sein könnte. Da ich mittlerweile herausgefunden habe, dass ich Wanderungen mit dem selben Hin- und Rückweg eher nicht so geil finde, haben wir uns für eine Rundwanderung entschieden. Stolze 7 Stunden, 18km und 30.000 Schritte (laut Huawai Health) haben wir zurück gelegt und nicht nur das, wir wurden fasziniert von der unglaublichen Schönheit der Natur, lasst euch aber selbst von den Bildern überzeugen :)


(Für weitere Bilder: Pfeil nach rechts)



So Ihr Lieben, wie so ein Fußballfeld von oben aussieht & warum Max alleine Wandern war erzählen wir euch im nächsten Blogeintrag, aber erst mal geht es für uns jetzt eine wohlverdiente Pizza essen :P

Liebe Grüße

Clara & Max


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